Additive Multimaterial Manufacturing (HTWK / HGB): AM³-Symposium
Team
Prof. Fabian Hesse / Prof. Mitra Wakil (HGB)
Zeit & Ort
Ziel
Die Veranstaltung wird in enger Kooperation zwischen der HTWK Leipzigund der der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) realisiert und dient als thematischer Rahmen für die Eröffnung des Labors für Additive Multimaterial Manufacturing (AM³) der HTWK. Der Forschungsbereich Digital Materialities der HGB betreibt eine 3D-Druckwerkstatt mit aktuell 12 3D-Druckern unterschiedlicher Ausführung. Die geplante Veranstaltung setzt auf die systematische Verbindung von Wissenschaft, Kunst und Industrie und versteht sich als offene Plattform für den Austausch in Forschung, Lehre und Produktion in der Leipziger Region.
Additive Fertigung ist eine ermächtigende Schlüsseltechnologie, die Design- und Entwicklungsprozesse in industriellen und künstlerischen Kontexten von de nRestriktionen klassischer Fertigung befreit. In Prototyping und Ausbildung ermöglicht sie schnelle, kosteneffiziente Umsetzungen und iterative Validierungen. In derIndustrie- und Forschungslandschaft markiert sie einen Paradigmenwechsel: Die gezielte Manipulation auf Voxelebene eröffnet hier die Integration neuartige rMaterialien und Funktionen und schafft Grundlagen für disruptive Produkte an den Schnittstellen von Maschinenbau und Fertigung, Elektronik, Medizintechnik, Pharma und Bautechnik. Die Forschung mit 3D-Drucktechnologien in Kunst, Design und Architektur erschließt neue Formen ästhetischer, materieller und diskursiver Praxis im Spannungsfeld digitaler und physischer Materialitäten. In der (post-)digitalen Gegenwart fungiert sie damit zugleich als Reflexionsraum und als kreative Impulsgeberin für technologische, kulturelle und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse, die digitale Transformation begleiten und prägen. Diese Potenziale möchten wir in Leipzig sichtbar machen, kritisch diskutieren und nachhaltig verankern.
Inhaltlich adressiert die Veranstaltung den aktuellen Stand der Forschung, diebesonderen Chancen additiver und multimaterialer Strategien sowie dieAnwendungsbandbreite dieser Prozesse. Im Fokus stehen Direktdruckverfahren (DIW),pulverbasierte Verfahren und Materialextrusion. Renommierte Expert:innen ausWissenschaft, Kunst und Industrie geben Einblicke in Materialentwicklung,Prozessketten, Design for Additive Manufacturing in laufenden Forschungsvorhabensowie Einblicke in die Geschäftsmodelle für additiv gefertigte Produkte. Imkünstlerischen Kontext werden die Verfahren über ihre Funktion als(Re-)Produktionsmittel hinausgehend, auch als Orte der Wissensproduktion begriffen,in denen neue Erkenntnisse über Form, Materialität und Produktion generiert werden.Die digitale Editierbarkeit, Reproduzierbarkeit und Designfreiheit schaffen dabei neueVoraussetzungen, um Begriffe wie Original, Kopie, Remix, (Massen-)Produktion,technologische (Selbst-)Ermächtigung sowie lokale und verteilte Formen vonAutorschaft und Produktion kritisch neu zu bestimmen.
Die Zielgruppen umfassen Forschende, Lehrende und Studierende, Kunstschaffende, Produzierende, Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen aus Leipzig und der Region. Erwartet werden die Initiierung gemeinsamer Projekte in Forschung, Transfer und Lehre, die Verbreitung guter Praktiken in Prototyping und Ausbildung, die Stärkung des Leipziger Ökosystems Additive Fertigung sowie neue Partnerschaften zwischen HGB, HTWK und regionalen Akteuren. Strukturierte Netzwerksituationen wie in dieser Veranstaltung erleichtern die Anschlussfähigkeit von Ideen, Kompetenzen und Bedarfen.