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Quantencomputing und die Geometrie des Denkens: Leipzig Science Club in der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig

Veröffentlicht am 25.09.2026
© Saskia Pramor
Wie werden wir in Zukunft rechnen? Und was können wir eigentlich über das Denken lernen, wenn wir künstliche neuronale Netze untersuchen? Diesen Fragen widmete sich der Leipzig Science Club am 21. September 2026 in der Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. 
Nach der Begrüßung von von SAW-Präsident Prof. Dr. Hans-Joachim Knölker diskutierten Prof. Dr. Marius Grundmann (Universität Leipzig / SAW) und Dr. Nico Scherf (MPI-CBS) zwei spannende Zukunftsthemen.
In seinem Vortrag „Quantencomputing mit Diamant: Von Qubits zur Quanten-KI“ zeigte Prof. Dr. Marius Grundmann (Universität Leipzig / SAW), dass Quantencomputer nicht einfach die nächste Generation klassischer Computer sind. Sie beruhen auf grundlegend anderen physikalischen Prinzipien und eröffnen dadurch neue Möglichkeiten der Informationsverarbeitung. Eindrucksvoll war die Perspektive, dass Quantencomputing künftig deutlich höhere Rechenleistungen bei gleichzeitig geringerem Energiebedarf ermöglichen könnte, insbesondere wenn die Technologie, wie beim Leipziger Startup SaxonQ, ohne aufwendige Kühlung bei Raumtemperatur betrieben werden kann. 
Anschließend nahm Dr. Nico Scherf (MPI CBS) das Publikum mit auf eine Reise durch die „Geometrie des Denkens“. In seinem Vortrag „The Shape of Thought: Neural Geometry in Brains and Machines“ machte er deutlich, dass künstliche neuronale Netze und das menschliche Gehirn keineswegs identisch funktionieren. Gerade deshalb sei ein sorgfältiger Blick auf die zugrundeliegenden Methoden entscheidend, wenn neuronale Netze zur Analyse biologischer oder kognitiver Prozesse eingesetzt werden. Sein Vortrag öffnete zugleich philosophische Perspektiven: Was bedeutet Erkenntnis? Was können Maschinen tatsächlich verstehen? Und wie gelangen wir zu belastbarem Wissen über das Denken selbst? 
Prof. Dr. Dr. Ulrike Köhl (Fraunhofer IZI / Universität Leipzig) betonte in ihrer Moderation die Stärke des Wissenschaftsstandortes Leipzig in diesen wichtigen Forschungsfeldern und diskutierte die Möglichkeiten für eine Übertragung in die wirtschaftliche Anwendung.
Der Abend machte deutlich, wie eng technologische Innovation, Grundlagenforschung und gesellschaftliche Fragen miteinander verbunden sind. Über die Vorträge wurde beim anschließenden Get-together rege diskutiert. Vielen Dank an beide Referenten, alle Gäste und die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig für den gelungenen Austausch. Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe des Leipzig Science Club Anfang 2027.
Impressionen des Abends gibt es in unserer Bildergalerie.