🤖Wie verändert künstliche Intelligenz unsere Welt? Diese Frage diskutierten die Gäste des Leipzig Science Club am 11. Mai 2026 aus künstlerischer, gesellschaftlicher und naturwissenschaftlicher Perspektive in der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB).
👉Dr. Michael Klipphahn-Karge (HGB) eröffnete mit seinem Vortrag „KI und Magie. Spiritualisierungen computationaler Systeme in der Gegenwartskunst“. Er zeigte, wie technologische Systeme mit magischen und technofiktionalen Narrativen aufgeladen werden, welche pseudoreligiösen Weltbilder Tech-Oligarchen prägen und warum Magie und Spiritualität Antworten auf durch technologischen Fortschritt brüchig gewordene Weltbilder sein können. Anhand eindrucksvoller Beispiele wurde deutlich, wie kritisch, aber auch humorvoll sich zeitgenössische Kunst mit KI auseinandersetzt.
👉Prof. Dr. Jens Meiler (Universität Leipzig) spannte den Bogen zur Medizin. In seinem Vortrag „How artificial intelligence is reshaping protein structure prediction and therapeutic design“ machte er Mut zum Umgang mit KI und erklärte, wie neuronale Netze funktionieren. Seine Forschung zeigt, wie KI hilft, Proteinstrukturen vorherzusagen, Mutationen zu bewerten und Krankheitsrisiken besser zu verstehen. Die enorme Zahl möglicher Moleküle und Mutationen ist ohne KI nicht zu bewältigen und eröffnet neue Wege für eine gezielte Wirkstoffentwicklung.
🎞️Künstlerische Interventionen von HGB‑Studierenden - aus dem Projekt „Un(learning) Digitalities“ - rundeten den Abend ab. Tobias Kurpat verlas ein Manifest für Datensouveränität und technologische Mitgestaltung. Sun Zhengke stellte seine Auseinandersetzung mit historischen Lehmskulpturen frühmoderner chinesischer Bauern durch digitale Replikation und als 3D-Druck vor.
Ein Abend, der von komplementären Perspektiven auf KI geprägt war, ungewöhnliche Einsichten eröffnete und viel Stoff für Diskussionen bot.