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Leipzig Science Network

NetzWerkstatt „in motion“ – Sensorische Forschungsansätze für die interdisziplinäre Raumforschung in Bewegung bringen

Der Workshop hat das Ziel, die verbindenden Interessen der beteiligten Wissenschaftler:innen im neuen Feld der sensorisch-raumbezogenen Forschung auszuloten sowie ihre Potenziale im Rahmenmobiler Forschungszugänge für eine Forschungskooperation nutzbar zu machen. Die geplante Zusammenarbeit fokussiert damit auf zwei sich aktuell dynamisch entwickelnde Forschungsstränge, durch deren Kombination die raumbezogene Forschung am Standort Leipzig interdisziplinär weiterentwickelt werden soll.
Zum einen haben sich mobile Forschungszugänge in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend etabliert und diversifiziert (u.a. Naumann/Strüver 2025, O‘Neill/Roberts 2019, Ingold/Vergunst 2016). Forschung im Gehen, Fahren oder auch Mit-Reisen hat den Vorteil, soziale Praktiken in ihren räumlichen Gegebenheiten direkt vor Ort erforschen und damit ihre Kontexte unmittelbarer erfassbar machen zu können. Sie ermöglichen den Einbezug von Wissen über das materielle Umfeld und machen raumbezogene Aspekte in der Praxis (auch körperlich/somatisch) erfahrbar. Zum anderen ist seit einigen Jahren eine Zunahme sensorischer Methoden und Forschungskonzepte, v.a. in der sozialwissenschaftlichen und raumbezogenen Forschung, zu beobachten (Winkel et al. 2023, Hasse 2016, Pink 2015). Diese Zugänge beziehen Aspekte der sinnlichen Wahrnehmung (etwa Geräusche, Gerüche, Haptik, Visuelles, Temperatur, Geschmack) bzw. generell phänomenologische Perspektiven ein, womit auch das affektive und emotionale Potenzial von zeit-räumlichen Erfahrungen (Banaszkiewicz et al. 2025) in den Fokus gerückt wird. Der Workshop in Leipzig soll in einem interdisziplinären Austausch diese Ansätze zusammenbringen, um damit unterschiedliche Forschungszugänge und „Gangarten“ in Dialog zu bringen. Neben den Initiatorinnen werden geladene Gäste mit ihrer jeweiligen Expertise (aus Geographie, Geschichtswissenschaften, Kognitionswissenschaften, Choreographischer Forschung) den Austausch erweitern. Ziel des Workshops ist die Annäherung an einen gemeinsamen, interdisziplinär anwendbaren Forschungsansatz „Sensing in Motioon“ (methodisch wie thematisch) sowie das Ausloten einer zukünftigen Forschungskooperation. Damit soll Leipzig als Standort der raumbezogenen Forschung zu Mittel- und Osteuropa gestärkt und methodisch weiterentwickelt sowie eine konkrete interdisziplinäre Forschungszusammenarbeit von Leipziger Instituten vorangebracht werden.
Konzeptionelle Bestandteile des Workshops:
1. Forschung in motion: Disziplinäre Perspektiven
Kurze Impulsvorträge der Teilnehmenden (max.10 min) zu disziplinär unterschiedlichen methodischen wie inhaltlichen Ansätzen (u.a. sensorische Raumforschung, emotionale Geographien, mobile Forschungsansätze, Choreographische Bewegungsforschung, Kognitionswissenschaften und Sinne, Sensory History, Memory Studies)

2. Forscher:innen in motion: Mobiler Austausch
Durchführung von Sense-Walk-Talks im Stadtraum Leipzig als mobile Impulsgeber zur sensorisch-raumbezogenen Forschung. Die Walks nehmen die sensorisch-phänomenologische Dimension von Raumforschung experimentell in den Fokus und sensibilisieren gezielt für implizites Körperwissen, um damit verschiedenste Dimensionen von (lokalem) Erfahrungswissen zu erfassen, die in (immobilen) Gesprächen so nicht ermittelt werden können. Es werden gemeinsam verschiedene Arten der Wahrnehmung, Dokumentation und Formen der auswertenden Kommunikation erprobt.

3. Making Sense: Reflexion zu den nächsten Schritten
An den Workshop schließt sich ein Meetng des Kernkonsortiums bzw. der Gruppe, in der wir weiter kooperieren wollen, an. Wir tauschen uns zu den Ergebnissen des Workshops aus, besprechen Schlussfolgerungen für die gemeinsam geplante Forschung und leiten erste nächste Schritte ab.